Katholische Religionslehre

„Wir sind alle Kinder des einen Gottes!“

1. Fachprofil

"Ich bin doch kein Kind mehr!" Nach der Grundschule entwickeln Jugendliche zunehmend das Bedürfnis, ihre bisherige Lebenswelt zu hinterfragen und ihr Leben selbst zu gestalten und zu verantworten. Der katholische Religionsunterricht möchte sie in dieser wichtigen Entwicklungsphase begleiten und bei ihrer Identitätsfindung unterstützen:
Mit dem religiösen Zugang zur Wirklichkeit erfahren die SchülerInnen eine Möglichkeit der Weltdeutung, wie sie diese in keinem anderen Denksystem finden. Das Bewusstsein, in ihrer Einzigartigkeit von Gott bedingungslos angenommen zu sein, schenkt ihnen Selbstbewusstsein in diesem von mannigfachen Veränderungen und Herausforderungen geprägten Alter. In der Auseinandersetzung mit biblischer Überlieferung und kirchlichen Traditionen erfahren sie wichtige Impulse für die persönliche Sinnfindung und einen eigenen Standpunkt im Leben. In der Reflexion der christlichen Wertmaßstäbe entwickeln die Jugendlichen ihre Fähigkeit zur eigenen ethischen Urteilsbildung. Als verfassungsrechtlich ordentliches Lehrfach bietet der konfessionelle Religionsunterricht sowohl die Möglichkeit einer Weiterentwicklung der eigenen religiösen Identität als auch den toleranten Umgang mit anderen religiösen Überzeugungen. Den SchülerInnen erschließen sich im Religionsunterricht die christlichen Wurzeln unserer abendländischen Kultur. Das Wissen um ihr kulturelles Erbe erleichtert es ihnen, in einer von Pluralisierung und Globalisierung bestimmten Welt selbstbestimmt ihre Lebenspläne zu entwickeln.

Weitere Ausführungen zum Fachprofil:

2. Allgemeine Informationen/Lehrplan/Lehrwerke

In der 5. Jahrgangsstufe beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler mit den Zugängen zu Gott (in der Hl. Schrift, in Jesus Christus, im christlichen Gottesverständnis), machen diese für ihr Zusammenleben mit ihrer Umwelt fruchtbar und erforschen die Kirche als Raum für Glaubenserfahrungen.

In der 6. Jahrgangstufe konfrontieren die Schülerinnen und Schüler ihre bisherigen Lebenserfahrungen mit der christlichen Vorstellung einer von Gott gewollten Welt, reflektieren Erfahrungen von Erfolg und Scheitern im Alten Testament, setzen sich mit den Themen Leid und Tod auseinander und setzen diese in Bezug zur christlichen Hoffnung in Jesus Christus. Sie spüren der Begeisterung am Anfang des christlichen Glaubens in den ersten Christengemeinden nach und betrachten die Vielfalt der Kulturen und Lebenswelten unter der Perspektive der von Gott geforderten Solidarität.

In der 7. Jahrgangsstufe nehmen die Jugendlichen Herausforderungen in ihrer gegenwärtigen Entwicklungsphase wahr, erschließen sich den Bedeutungsgehalt von Symbolen und Sakramenten und erarbeiten sich anhand des Markusevangeliums einen Zugang zur Botschaft vom Reich Gottes. Sie erforschen die Glaubens- und Lebenswelt der Kirche im Mittelalter und erwerben Einblicke in wesentliche Merkmale der muslimischen Religion.

In der 8. Jahrgangsstufe ergründen die Schülerinnen und Schüler die Rolle des Menschen als Gottes Partner in dessen Schöpfung, setzen sich mit dem Thema "Schuld" und Jesu heilsamem Umgang damit auseinander, durchleuchten die Hintergründe zu Reformation und katholischer Reform, bestimmen ihr Verhältnis zu verschiedenen Bedeutungsebenen des Begriffs Kirche und erarbeiten sich Unterscheidungskriterien auf dem vielfältigen Markt religiöser Angebote in ihrem Alltag.

In der 9. Jahrgangsstufe erfahren die Jugendlichen die Aktualität der Forderung der alttestamentlichen Propheten nach Gerechtigkeit, erschließen sich Kriterien für eine persönliche Gewissensentscheidung, betrachten das Themengebiet "Freundschaft-Liebe-Partnerschaft" vor dem Hintergrund persönlicher Verantwortung, beleuchten die Geschichte der Kirche im Spannungsfeld von Verfolgung und Erneuerung und begegnen dem Judentum als Wurzel des christlichen Glaubens.

In der 10. Jahrgangsstufe vergegenwärtigen sich die Schülerinnen und Schüler die Verantwortung des Menschen für das Leben insbesondere in Krisensituationen und erforschen verschiedene Ausdrucksformen von Spiritualität. In der Konfrontation mit dem Thema Tod betrachten sie Jenseitsvorstellungen im Christentum und in anderen Religionen. Sie vertiefen ihre Kenntnisse zur Geschichte, Botschaft und Wirkung Jesu und lernen wesentliche Elemente fernöstlicher Religionen kennen.

In der 11. Jahrgangstufe setzen sich die jungen Erwachsenen mit dem Phänomen Religion in einer pluralistischen Gesellschaft auseinander, reflektieren das Spannungsfeld von Vernunft und Glaube, erarbeiten Methoden zur zeitgemäßen Auslegung der Bibel als Offenbarungszeugnis Gottes und widmen sich der Problematik der Rede von Gott.

In der 12. Jahrgangstufe betrachten die angehenden Abiturienten moderne Menschenbilder im Vergleich zur christlichen Perspektive, erörtern die christliche Ethik als Orientierungsmaßstab für die Mitgestaltung der Welt und durchleuchten Dimensionen zukunftsorientierten Handelns aus der christlichen Reich-Gottes-Botschaft heraus.

Die Verknüpfungen zu den schulart- und fächerübergreifenden Bildungs- und Erziehungszielen vollziehen sich sowohl an Einzelthemen (z.B. Familien- und Sexualerziehung in Jgst. 9) als auch themen- und jahrgangübergreifend (z.B. Werteerziehung in allen Jgst.).

Lehrplan:
Hier finden Sie den Lehrplan Katholische Relogionslehre für das Gymnasium in Bayern:

3. Seminare/Projekte/Exkursionen

Projekte:

Die 9. Klassen nehmen am Projekt zum Thema "Sexualität" der Caritas teil. Dabei setzen sie sich - nach Geschlechtern getrennt und betreut von bewährten Experten - in einem themengerechten Rahmen mit diesem sensiblen Thema auseinander.

Fahrten:

Die 10. Klassen fahren im Klassenverband (unabhängig von konfessioneller oder religiöser Zugehörigkeit) zu den Tagen der Orientierung zu Bildungseinrichtungen nach Josephstal (Schliersee) und Windberg. Neben Zeiten der thematischen Arbeit an altersgerechten Themen finden sich auch genügend  Möglichkeiten für Unternehmungen, Spiele und persönlichen Austausch. Katholische und Evangelische Kirche bezuschussen diese Fahrten.

Schulpastoral:

Zum Schuljahresbeginn, vor den Weihnachts- und Osterferien und zum Schuljahresende laden die Fachschaften evangelische und katholische Religion im Rahmen der Schulpastoral zu altersgerechten Schulgottesdiensten ein. Die Gottesdienste zum Schuljahresbeginn und an Ostern finden konfessionell getrennt in der Nikolakirche (kath.) und Christuskirche (ev.) statt. Weihnachten und das Ende des Schuljahres feiern wir gemeinsam an der Schule. Zu Besuch und Mitgestaltung (Lesen von Texten, Auswahl von Musik, Singen und Musizieren) der Gottesdienste sind alle Schülerinnen und Schüler herzlich eingeladen.

Beide Fachschaften unterstützen den Dankgottesdienst zur Verabschiedung der Abiturienten mit Rat und Tat. 
 

net;h-l-g;sekretariat