Nach erfolgreichem Abitur direkt auf ein Hochschul-Symposium in Zürich

Was man sich unter einem Symposium für Geographiedidaktik der Hochschulen genau vorstellen kann?
Das wussten wir Anfang des Jahres auch noch nicht, als uns die Mail unserer Deutschlehrerin Frau Dr. Ulrich-Riedhammer mit der Frage erreichte, ob nicht ein paar Schüler aus unserem Abiturkurs mit ihr nach Zürich an die Pädagogische Hochschule fahren wollten, um dort etwas – angelehnt an den Deutschunterricht – vorzustellen. Begeistert von der Chance, schon vor dem Studienbeginn ein bisschen universitäre Luft zu schnappen, sagten wir sofort zu. Mitte September war es dann so weit: Es ging mit dem Zug in die Schweiz. Dort erwartete uns Zürich mit seiner hügeligen Altstadt, umrahmt von zwei Flüssen und direkt am Zürichsee gelegen.
Nach der Anreise am Mittwoch folgte der große Tag, an dem wir selbst vor einem Expertenpublikum sprechen durften. Wir präsentierten die Ergebnisse, die wir in den Monaten zuvor gemeinsam erarbeitet hatten: eine semantische Raum-Analyse der geographischen und ethischen Dimensionen im Abiturgedicht „Wann kam die erste Nachtigall darauf“ von Hellmuth Opitz sowie im Roman „Heimsuchung“ von Jenny Erpenbeck. Beide Werke hatten uns durch die Endphase unserer Schulzeit begleitet und boten den perfekten Anknüpfungspunkt für unseren Vortrag.
Unsere zentrale Erkenntnis: Schülerinnen und Schüler brauchen Raum für eigene Imagination, um selbstständig ethisch urteilen zu können – und genau diesen Raum kann Literatur bieten. Komplexe geographische Themen wie die Mensch-Umwelt-Beziehung oder transnationale Migration lassen sich eben nicht nur über Schulbuchtexte erörtern, bei denen das „richtige“ Fazit direkt auf dem Silbertablett serviert wird.
Für uns persönlich war die Fahrt kurz vor dem Studienbeginn vor allem ein genialer Blick über den Tellerrand. Nach Jahren auf der Schulbank plötzlich selbst auf der Bühne einer Hochschule zu stehen und sich beim Essen in der Mensa, in Diskussionsrunden oder während der Kaffeepausen mit Didaktikerinnen und Professoren auszutauschen, war eine enorm bereichernde Erfahrung. Wir haben mitgenommen, wie spannend es ist, starre Denkmuster zu hinterfragen, wissenschaftliche Themen aus neuen Blickwinkeln zu betrachten und eigene, kritische Perspektiven einzubringen. Was für ein inspirierender Abschluss unserer Schulzeit!
David Eck, Erwin Mrunleitner, Frau Dr. Ulrich-Riedhammer
